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Rubriken

„Innviertler Monatsblattl“ eingestellt

Von Theresa Steininger

Das „Innviertler Monatsblattl“ informierte 32 Jahre lang über Neuigkeiten, Sterbefälle, Hochzeiten und dergleichen aus der nächsten Umgebung, nun erlag die Lokalzeitschrift ihren Verletzungen, welche die Einbußen im Anzeigengeschäft, der „oft natürliche“ Abgang von Abonnenten und der „Ideenklau durch die Großen“, wie Herausgeber Eduard Wiesner sich ausdrückt, hervorgerufen haben. Wiesner, der zudem 2011 in Pension geht und sich mehr seinen Büchern widmen möchte, begründet das Ende des „Monatsblattls“ vor allem mit einer „allgemein unbefriedigenden wirtschaftlichen Situation“ und dem Faktum, dass man der wirtschaftlichen Macht österreichweit agierender Verlage mit ihren Gratiszeitungen, er nennt unter anderem „OÖN“ und Mediaprint, nichts entgegensetzen könne. „Wir können keinen Anzeigenvertreter beschäftigen, zudem sind regionale Kaufzeitungen bei Gratiszeitungen mit 50.000 und mehr Auflage chancenlos. Dass eine Kauf- und Abonnentenzeitschrift länger und von mehr Lesern gelesen wird als eine Gratiszeitung, die oft gleich nach Erhalt zum Altpapier wandert, ist ohne Anzeigenvertreter schwer zu vermitteln.“ Auch der „Klau unserer Ideen wie jene der Hochzeitsberichte durch die, Großen‘ und der unsägliche Datenschutzwahnsinn bei den Jubilaren“ sowie die erfolglose Suche nach einem Nachfolger, die Wiesner auf die ungünstigen Bedingungen zurückführt und darauf, dass „alle Starjournalisten werden sollen“, haben seine Entscheidung, das seit 1979 bestehende Blatt einzustellen, bekräftigt.

Erschienen in Ausgabe 12/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 12 bis 12 Autor/en: Theresa Steininger. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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