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ORF verletzte durch Pedigree-Bilder das Gesetz - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

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ORF verletzte durch Pedigree-Bilder das Gesetz

4 Eine Frage an alle, die ein gutes Gedächtnis haben: Was geschah am 30. Mai 2005 (einem Montag) zwischen 17:45:09 Uhr und 17:45:15 Uhr? Was müsste jemandem, der die Fernsehsendung „Willkommen Österreich“ an diesem Tag angesehen hat, in diesen sechs Sekunden aufgefallen sein?

Wahrscheinlich wissen Sie es nicht – fünf hochrangige Juristen jedoch haben sich mit diesen sechs Sekunden beschäftigen müssen. Der ORF war nämlich von 15 heimischen Kommerzsendern angezeigt worden, dass er sechs Sekunden lang verbotenerweise Reklame für das Hundefutter Pedigree gemacht habe. Die Rechtsaufsicht möge diesen Gesetzesbruch ahnden.

In dieser ORF-Sendung im Mai vor fünfeinhalb Jahren war es um fettgefressene (in der Juristensprache „adipöse“) Haustiere gegangen. Eine Tierärztin stellte die 30 kg schwere Hündin Cindy vor und pries Hundefutter light an. Im Bild zu sehen war dabei ein Schwenk über Waren ausschließlich der Marke Pedigree.

Protestiert dagegen aber haben nicht die anderen Erzeuger von Hundefutter, sondern die Privatsender, die ihren Werbekuchen durch die verbotene und nicht gekennzeichnete Werbung des ORF gefährdet sahen. Immerhin werden in Österreich rund 660.000 Hunde gehalten, für deren Ernährung jährlich etwa 60 Millionen Euro ausgegeben werden.

Fast ein Jahr später, im Juni 2006, stellte der Kommunikationssenat einen Bruch des ORF-Gesetzes fest. Zwar sei ein Hinweis auf die „Unterstützung“ der Sendung durch Pedigree eingeblendet gewesen, laut Gesetz aber dürfe der Zuseher nicht „zum Kauf der Ware“ des Sponsors angeregt werden. Neutralität gegenüber anderen Hundefutter-Marken wäre also erforderlich gewesen.

Der ORF rief gegen die Verurteilung den Verwaltungsgerichtshof an, der jetzt jedoch den entscheidenden Punkt des Spruchs des Kommunikationssenats bestätigte. Die sechs Sekunden im Mai 2005 waren ein Gesetzesbruch. Finanzielle Folgen für den ORF hat das Urteil nicht, die Kläger können wenigstens erfreut über den Sieg die verstaubten Akten schließen.

Erschienen in Ausgabe 12/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 18 bis 19. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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