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„Patria o Muerte“ - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2010 » Ausgabe 12/2010+01/2011 »

Praxis

„Patria o Muerte“

Ernst Weber ist gelernter Hauptschullehrer und arbeitete zuerst in Niederösterreich, dann in Salzburg. Nach einem Reisejahr in Asien hat der gebürtige Mistelbacher mit Radioarbeiten begonnen. Um sich „die schlecht bezahlte freie Mitarbeitertätigkeit bei Ö1 leisten zu können“, arbeitete er weiter als Lehrer, „mal mit mehr, mal mit weniger Lehrverpflichtung“. Ab und zu leitet der 53-Jährige Radioworkshops an Pädagogischen Hochschulen. Kürzlich wurde er mit dem Journalistenpreis des Hilfswerks ausgezeichnet.

Wie viel Macht hat ein Journalist?

Wir sind ja alle von dem geprägt, was wir sehen und hören. Als Journalist vermittelt man Informationen, gefiltert durch den persönlichen Blickwinkel.

Ihr Verhältnis zur Macht?

Bring ich immer wieder mit Machtmissbrauch in Verbindung oder mit dem Bestreben, an der Macht zu bleiben.

Hat Ihre Arbeit schon einmal Einfluss auf wichtige Entscheidungen gehabt?

Doch, einmal zumindest, nach einer kritischen Sendung über Schule und Schulpolitik wurde ich zu einem Gespräch mit Bildungsverantwortlichen geladen. Nach einer Idee von mir wurde in einem Bundesland eine Kampagne gestartet zur Imageverbesserung von Lehrern.

Ihre Vorbilder im Journalismus?

Tiziano Terzani.

Was zeichnet einen guten Journalisten aus?

Neugier, Einfühlungs- und Durchhaltevermögen, Kritikfähigkeit, Fairness, Unabhängigkeit, aus Informationen Geschichten bauen können.

Wie kamen Sie an Ihren ersten Beitrag und was war das Thema?

Ich schrieb einen Brief mit Themenvorschlägen an den Intendant des Landesstudios Salzburg, der leitete ihn an Richard Goll weiter, den Mitbegründer der Feature-Redaktion. Goll schrieb zurück, so entstand mein erstes Feature: „Zucker aus Hohenau: süß – sauer“. Eine Arbeit über eine Zuckerfabrik, um die eine kleine, wohlhabende Industriegemeinde entstand. Die drohende Schließung der Fabrik schwebte wie ein Damoklesschwert über der Gemeinde.

Wo und wie lernt man Journalismus am besten?

Bei kritischen Redaktionssitzungen, in denen Beiträge zerlegt werden.

Wie wichtig ist Klatsch?

Sehr wichtig, sorgt für eine menschliche Note.

An welchem Ort würden Sie am liebsten arbeiten?

In einer Hütte mit Veranda in einem Palmenhain und Blick aufs Meer.

Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

Einfühlungsvermögen ist eine Stärke, Nicht-abschalten-Können und zu langsame Abgrenzung eine Schwäche.

Stört Sie das schlechte Image von Journalisten?

Die schlechte Bezahlung stört mich mehr.

Journalisten gelten als eitle Zeitgenossen, und Sie?

Natürlich, sonst würd ich nicht diesen Fragebogen beantworten.

Wie kommt ein Nachwuchsjournalist so weit wie Sie?

Wie weit meinen Sie? Ich hab halt einen Preis gemacht, sonst kämpfe ich mit meiner Existenz.

Welches Medium würden Sie sofort verbieten?

Verbieten ist zu diktatorisch, aber für ein Verbot der Gratiskleinformate in der U-Bahn könnt ich über meinen demokratischen Schatten springen.

Ihr Lieblingsgericht und was trinken Sie dazu?

194 Lieblingsgerichte, dazu Grüner Veltliner.

Ihr Lieblingstrinkspruch?

Patria o Muerte!

Was soll Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Er hat mitreißende, packende, vielschichtige Geschichten gestaltet.

Erschienen in Ausgabe 12/2011 in der Rubrik „Praxis“ auf Seite 130 bis 130. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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