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Spione und Multikulti

Nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch in Irene Brickners Blog haben alle Menschen die gleichen Rechte: Egal ob Inländer oder Ausländer, Minister oder Staatsbürger. Weil das in der Realität aus ihrer Sicht zu selten der Fall ist, bloggt die „Standard“-Redakteurin seit 2008. Ihre menschenrechtlichen Notizen, wie sie es selbst nennt, wurden kürzlich mit dem Renner-Publizistikpreis ausgezeichnet. „Nur sehr wenige Kolleginnen und Kollegen betreiben einen Blog so ernsthaft und ausführlich“, lobte die Jury des Österreichischen Journalistenclubs. Regelmäßig am Wochenende verfasst Brickner ihre Beiträge, die im Schnitt von 8.000 Lesern angeklickt werden. Sie berichtet über eine Spionin in der Tierschützerszene, gibt diskriminierten Männern in den Wiener Öffis ein Forum und schreibt über Innenministerin Maria Fekter als Österreichs zentrale Multikulti-Managerin. „Bei meiner Arbeit im Print fallen mir wichtige Themen auf, die in der Zeitung zu wenig Raum haben“, sagt Brickner. „Insofern nutze ich die guten Arbeitsbedingungen und Recherche-Infrastruktur, die ich als Zeitungsredakteurin habe, für den Blog.“ Das Feedback bei den Lesern fällt Brickner zufolge kontroversiell aus. Neben viel Lob gibt es auch viel Geschimpfe. Trotzdem nimmt sie sich für die Zukunft eines vor: „Schärfer werden.“ Martin Langeder

Erschienen in Ausgabe 12/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 14 bis 15. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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