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Praxis

„Daily Star“ auf zu neuen Ufern

Beirut. Der im Libanon erscheinende „Daily Star“ wird für die Zukunft fit gemacht. Einst war das Blatt die führende englischsprachige Tageszeitung in der arabischen Welt – und da soll es wieder hin. Er wolle den „Daily Star“ gründlich aufmöbeln, sagt der neue Chefredakteur Nadim Ladki. Auflage und Anzeigen waren in den vergangenen Jahren zurückgegangen, im November 2010 nun übernahm Ladki, ehemaliger Thomson-Reuters-Bürochef in Beirut und seit 24 Jahren Reporter im Nahen Osten, die Redaktionsleitung. Als Erstes wurde das Layout des 1952 begründeten Blattes modernisiert. Auch inhaltlich hat sich die Libanon-Berichterstattung bereits gewandelt: Jetzt gibt es mehr selbst recherchierte Berichte oder Exklusivinterviews. Ladki plant zudem, die Seitenanzahl von derzeit zwölf sukzessive zu erhöhen und sich auf regionale Wirtschaftsberichterstattung zu konzentrieren. Berichte, der bisher unabhängige „Daily Star“ sei inzwischen mehrheitlich von der Hariri-Gruppe des libanesischen Premiers übernommen worden, weist Ladki zurück: „Solange ich auf dem Chefsessel sitze, ist das Blatt überparteilich.“ Es wäre auch schade darum, denn die meisten libanesischen Zeitungen sind parteipolitisch gebunden. Der „Daily Star“ ist im Nahen Osten insofern eine Rarität, da auf der Kommentarseite sowohl neokonservative Ansichten als auch Stimmen von Islamisten veröffentlicht werden. Das Blatt richtet sich in erster Linie an Ausländer, die im Nahen Osten leben, die Internetausgabe wird aber auch von vielen im Westen gelesen.

www.dailystar.com.lb

Erschienen in Ausgabe 02+03/2011 in der Rubrik „Praxis“ auf Seite 109 bis 109. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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