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Drogen-Vorwurf gegen Strache widerrufen

Von Kurt Tozzer

2 Das Jahr 2011 begann für den grünen Tiroler Landtagsabgeordneten Gebhard „Gebi“ Mair, 27, mit einem Rohrkrepierer: Auf seiner Internetseite musste er einen ellenlangen Widerruf veröffentlichen, den FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gerichtlich durchgesetzt hat. Vorausgegangen ist im September 2010 ein unappetitlicher Beitrag Mairs in seinem Weblog. Der Ex-Skilehrer und Chef der Tiroler „Grünen andersrum“ veröffentlichte darin ein Bild Straches aus dem Jahr 2008 neben einem aktuellen, auf dem der FPÖ-Chef etwas dicker wirkt, und schrieb dazu: „Ähnliche Veränderungen von Gesichtern kenne ich ansonsten vor allem von Drogenabhängigen, nachdem sie auf Entzug waren. Ein Koks-Entzug könnte zum Beispiel so ausschauen. Das würde vielleicht auch erklären, warum Strache wochenweise überhaupt nicht aufzufinden war.“

Diese physiognomische Ferndiagnose stellte Mair unter den Titel „Strache auf Koks-Entzug?“. Trotz des Fragezeichens wertete der Blaue aus Wien den Text als Ehrenbeleidigung und ließ Mair durch seinen Anwalt Johannes Hübner zivilrechtlich belangen. Das nicht allzu häufig angewendete Rechtsmittel ist der Paragraf 1330 BGB und zielt auf eine künftige Unterlassung des Delikts und auf Widerruf der Behauptung. Angesichts der Klage zog Mair den Schwanz ein, verzichtete auf weitere Aktionen und veröffentlichte – versehen mit zahlreichen Grammatikfehlern – den Widerruf samt den Hinweis, dass er den Kokain-Vorwurf nicht mehr erheben wird, auf seiner Internetseite.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 14 bis 14 Autor/en: Kurt Tozzer. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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