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Praxis

Künstler an die Mikrofone

Kopenhagen. In Dänemark lebt die Salonkultur wieder auf. Im November 2010 lud die Kunsthistorikerin Line Rosenvinge zum zweiten Mal in ihre großbürgerliche Wohnung in Kopenhagen. Nach dem Essen sprach der französische Künstler Thierry „Colonel“ Geoffroy zu den Gästen. Mit seinem Aktionismus rührt er immer wieder die Kunstwelt auf, fängt auf Ausstellungseröffnungen gespielte Schlägereien an oder debattiert mit einer interessierten Meute beim Joggen – Critical Run heißt das Format. Wie der Salon haben aber auch diese Aktionen ein Manko: Der Effekt über die Kunstwelt hinaus ist überschaubar. Die Teilnehmer stammen meist aus der Szene selbst. Eine Kunst, die nur im eigenen Saft schmort, ist Colonel aber nicht genug. Schließlich sieht er sich als politisch Engagierten an. Deshalb will er ins Fernsehen: „So wie in den Zeitungen Karikaturisten ihre visuellen Kommentare veröffentlichen, sollten wir in die Nachrichten kommen“, sagt er. Künstler könnten auch ein Sprachrohr der gewöhnlichen Bürger sein, weil sie aus anderen Kreisen stammen als die meisten Politiker und wissenschaftlichen Experten. Michael Dyrby, Nachrichtenchef des öffentlich-rechtlichen Kanals TV2, steht der Idee grundsätzlich positiv gegenüber und erhofft sich neue Sichtweisen, wenn Künstler an die Mikrofone kommen. Konservative allerdings klagen schon jetzt, der Vorschlag würde dazu führen, dass linksorientierte Meinungen mehr Platz in den Medien bekämen.

www.colonel.dk

Erschienen in Ausgabe 02+03/2011 in der Rubrik „Praxis“ auf Seite 108 bis 108. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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