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Praxis

Leidenschaft und endlos Zeit einbringen

Carina Kerschbaumer studierte Philosophie, Psychologie und Pädagogik mit Studienaufenthalten in Israel und Frankreich: Seit 1995 ist die gebürtige Millstätterin Redakteurin der „Kleinen Zeitung“ zuerst in Klagenfurt, ab 2002 in Graz. Seit Kurzem ist die 51-Jährige Mitglied der Chefredaktion der „Kleinen“. Kerschbaumer ist verheiratet und Mutter zweier Kinder.

Wie viel Macht hat ein Journalist?

Ob groß oder klein, es bleibt immer nur eine geliehene Macht.

Ihr Verhältnis zur Macht?

Wie zu jeder Sache, die nur geliehen ist.

Hat Ihre Arbeit schon einmal Einfluss auf wichtige Entscheidungen gehabt?

Längere Jahres-Öffnungszeiten in Kindergärten.

Was zeichnet einen guten Journalisten aus?

Kompetenz, Leidenschaft, Offenheit, Neugier.

Warum sind Sie Journalistin geworden?

Lust und Freude am Schreiben.

Wo und wie lernt man Journalismus am besten?

Am Gericht.

Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

Schnelles Analysieren – Ungeduld.

Welche ist Ihre Lieblingszeitung?

„Die Zeit“.

Ihre Hauptinformationsquelle?

Zeitungen, Onlinedienste.

Wie wichtig ist Klatsch?

Was wäre die Welt ohne Klatsch.

An welchem Ort würden Sie am liebsten arbeiten?

Paris.

Mit wem würden Sie Ihren Schreibtisch am liebsten teilen?

Thomas Bernhard.

Journalisten gelten als eitle Zeitgenossen, und Sie?

Meine Tochter sagt ab und zu mit Blick auf Kleidung und Frisur: „Du könntest ein wenig eitler sein.“

Wie kommt eine Nachwuchsjournalistin so weit wie Sie?

Indem sie Leidenschaft einbringt und endlos Zeit investiert.

Ihr bisher größter Erfolg?

Porträt einer zu Unrecht wegen Mordes angeklagten Frau.

Ihr größter Flop?

Eine Dame der Society irrtümlich ins Gefängnis gesperrt.

Ihr liebstes Hobby?

Zeitungen lesen, schwimmen.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Zum dritten Mal: „Der Gotteskomplex“ von Richter.

Ihr Lieblingsgericht und was trinken Sie dazu?

Branzino in der Salzkruste mit Sattler Pfarrgarten 2005.

Wie kann man Ihre Aufmerksamkeit erregen?

Durch Schlagfertigkeit.

Wohin fahren Sie als Nächstes auf Urlaub?

Südtirol oder Millstättersee.

Sie haben einen Wunsch frei, der wäre?

Dass auf dieser Welt kein Kind mehr an den Folgen von Hunger sterben muss.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job am besten?

Die Vielfältigkeit.

Ein Tag Bundeskanzler sein, was tun Sie?

Grundsatzrede über soziale Gerechtigkeit und Leistung halten.

Welche Hoffnungen haben Sie bereits aufgegeben?

Auf Gerechtigkeit.

Was sagen Kollegen Böses über Sie?

Das wüsste ich auch gerne.

Was soll Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Glaube nicht an die Haltbarkeit des Jetzt.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2011 in der Rubrik „Praxis“ auf Seite 114 bis 114. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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