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Special

Unser Turnlehrer-Image

Spielt der Sportjournalist tatsächlich die Rolle des belächelten Turnlehrers im Professorenkollegium eines humanistischen Gymnasiums?

Als Jürgen Preusser, damals geachteter Sportchef des „Kuriers“, mir dringend nahelegte, Sports Media Austria möge doch in einer Studie Seriosität und Arbeitsaufwand unseres Berufszweigs dokumentieren, wunderte ich mich insgeheim. Anders als Preusser hatte ich in Jahrzehnten bei der „Krone“ nie das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

Der Standpunkt Preussers, von dem er nicht abrückte: Der Sportjournalist arbeitet entschieden mehr als die Kollegenschaft aktueller Ressorts, wird aber nicht wirklich anerkannt und vor allem nicht ausreichend honoriert. Wie konnte ein Spitzenmann so deprimierende Erfahrungen gemacht haben? Wie musste es anderen Kollegen gehen, die erst am Beginn ihrer Karriere stehen?

Die Studie, erstellt vom Universitätslehrgang Sportjournalismus der Uni Salzburg („Sportjournalismus in Österreich“, Meyer & Meyer Verlag), liegt nun vor. Sie ist die erste nennenswerte Untersuchung im deutschsprachigen Raum, die nachweist, dass unser Beruf vielfach falsch bewertet wird. Sie soll unseren Kollegen die Möglichkeit geben, mit Verlegern und Chefredakteuren auf seriöser Basis zu diskutieren.

Leicht wird es allerdings nicht, Vorurteile abzubauen. Zudem haben die Arbeitgeber mit Sportjournalisten leichtes Spiel: 92,7 Prozent der Befragten würden ihren Beruf wieder ergreifen. Ihr Traumjob ist ihnen in erster Linie Leidenschaft, erst in zweiter Broterwerb.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2011 in der Rubrik „Special“ auf Seite 74 bis 74. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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