ARCHIV » 2011 » Ausgabe 02+03/2011 »

Rubriken

Urheberstreit 2

Von Kurt Tozzer

5 Den jahrelangen Prozess gegen den deutschen Fernsehsender ARD und noch dazu viel Geld hat die Schöpferin der „Tatort“-Signation nun endgültig verloren. Den Vorspann für die Krimiserie – Augen im Fadenkreuz, ein laufender Mann in einer fingerabdruckähnlichen Spirale – hat die Münchner Grafikerin Kristina Böttrich-Merdjanowa vor 42 Jahren gestaltet und dafür damals 2.500 DM erhalten. Wegen des großen Erfolgs der Filme wollte sie einen finanziellen „Nachschlag“ und außerdem als Urheberin der Signation genannt werden. Im März 2010 errang sie vor dem Landgericht München einen Teilerfolg. Ihre Urheberschaft wurde bestätigt, um einen sogenannten „Bestseller-Zuschlag“ müsse weiter verhandelt werden. Immerhin hat die heute 75-jährige Grafikerin den Streitwert mit 150.000 Euro beziffert. Das Fernsehen erhob Berufung, über die nun das Oberlandesgericht entschied. Es sei einerseits in der TV-Branche „unüblich“, Schöpfer eines Vorspanns zu nennen, andererseits sei er für den Krimi als Gesamtwerk „von untergeordneter Bedeutung“. Niemand sehe sich wohl deswegen den Tatort an, weil die Signation so künstlerisch sei, meinte der Richter. Wegen des von Böttrich-Merdjanowa angesetzten Streitwerts sind auch die von ihr zu zahlenden Gerichtskosten sehr hoch: sie muss 27.000 Euro abliefern. Oder rund 20-mal so viel, wie sie seinerzeit als Honorar erhalten hat.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 15 bis 15 Autor/en: Kurt Tozzer. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

;