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Vera Lischka und Felix Gottwald über … - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

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Special

Vera Lischka und Felix Gottwald über …

… die österreichische „Verhaberung“ zwischen Berichterstatter und dem Objekt der Berichterstattung:

Lischka: Hat es in meiner Karriere als Schwimmerin faktisch nicht gegeben. Natürlich kannst du mit manchen Journalisten besser, meist mit jenen, die sich auch melden, wenn gerade kein Großereignis ansteht, wo du als Aktiver das Interesse über einen längeren Zeitraum merkst. Mit denen – und das waren wenige – war ich per Du, mit dem Rest nicht. Die Verhaberung wird bei anderen Sportarten, wie etwa dem Skizirkus, wo oft über Jahre dieselben Leute mitreisen, deutlich größer sein.

Gottwald: Da, wo der gegenseitige Respekt da ist, ist es wurscht, ob man miteinander per Du ist und vielleicht sogar ab und zu ein Bier miteinander trinkt. Es ist als Sportler gut, die Medienlogik zu kennen und sich auch immer wieder bewusst zu machen, dass Journalisten Dienstleister an dieser Medienlogik sind. Mein Feedback an jene Journalisten, die mit mir Interviews gemacht haben, ist, dass sie alle – auch wenn sie keine Experten für Nordische Kombination sind – sehr gut vorbereitet waren.

… Sportjournalisten, die – wie es Salzburg-Kicker Fränky Schiemer zuletzt ausdrückte – „vom Turnen befreit“ waren:

Gottwald: Es gibt auch Journalisten, die meinen könnten, manche Spitzensportler waren von allen anderen Gegenständen außer Turnen befreit! Aber eben dieses Denken führt zu sinnlosen Bruchlinien – Sportler und Journalisten sollten, alle auf ihrem Platz und durchaus mit einem gesunden Abstand und nicht in symbiotischem Aufeinanderpicken, sich nur auf eines konzentrieren: Wie sie ihrer Liebe zum Sport am besten Ausdruck verleihen können, sodass andere die Begeisterung teilen können.

Lischka: Natürlich hat nicht jeder Journalist die Sportart, über die er gerade berichtet, selbst auf höchstem Niveau ausgeübt. Das ist, glaube ich, aber auch nicht der Anspruch, sondern mit Haut, Haar und vor allem viel Herz an die Sache heranzugehen, wenn man über ein Ereignis berichtet.

… die Pläne für die nahe Zukunft:

Gottwald: Ich werde mich hauptsächlich dem widmen, was ich am liebsten tun möchte: nämlich vieles von dem weitergeben, das mir an Einsichten in diesen genialen 17 Jahren Lebensuniversität Spitzensport geschenkt wurde, an Menschen, die auch Spitzenleistungen, Glück und Erfolg auf einen inneren Nenner bringen wollen. In Vorträgen, in meinem Im-Puls-Programm in Loipersdorf, sicher auch in diversen Publikationen. Darauf freu ich mich. Und natürlich darauf, dass ich ab März ein begeisterter Hobbysportler sein kann.

Lischka: Ich werde mich voll in den Job als Journalistin hineinknien, dabei versuchen, Information und Unterhaltung in einem bestmöglichen Mix rüberzubringen. Dass ich selbst Sportlerin war, ist im Umgang mit den aktuellen Topathleten sicher kein Nachteil – die „ich weiß, wie du dich jetzt fühlst“-Platte werde ich in den Gesprächen aber sicher nicht spielen, weil man Gefühle nicht verallgemeinern kann.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2011 in der Rubrik „Special“ auf Seite 80 bis 81. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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