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Titel

Die Besten 30 unter 30

Von Theresa Steininger

Die größten Talente des Landes, ihre Wünsche und Pläne – und wie ihr Arbeitsalltag durch ihr Alter beeinflusst wird.

Ja, er habe Bedenken aufgrund seines Alters gehabt, als er sich bewarb. Und doch ist Michael Minichberger nun mit 27 Jahren Chefredakteur der „Salzburger Woche“. „Ich habe überlegt, ob Max Dasch bereit ist, die Chefredaktion einem so jungen Mitarbeiter zu geben, ich habe mich klar in der Außenseiterposition gesehen, auch wenn man an mich herangetreten war mit der Frage, ob ich mir vorstellen könnte, mich zu bewerben.“ Nun aber „spielt der Faktor Alter eine geringe Rolle, das Feedback der Kollegen ist positiv, man hört, frischer Wind tut gut. Ich hoffe, dass das so bleibt“, sagt Minichberger.

Minichberger ist kein Einzelfall: In den Redaktionen sitzen zahlreiche begabte Leute, die unter 30 Jahre alt und wichtige Stützen des Teams sind. Gut recherchierte Titelstorys, anspruchsvolle, seriöse ORF-Moderationen – wie jene der erst 27-jährigen Münire Inam im „Bürgerforum“ –, tolle Beiträge in allen Mediengenres, sie kommen auch von den unter 30-Jährigen. Für den „Journalisten“ ein Grund, sich anzusehen, wer zum besonders talentierten Nachwuchs gehört. Sie werden nicht alle kennen, andererseits werden Sie den einen oder anderen Namen schon oft gelesen oder gehört haben, ohne sich dessen bewusst zu sein, dass dieser Kollege oder diese Kollegin noch so jung ist. Auch wir kannten nicht alle und haben uns daher in Chefredaktionen und unter Kollegen umgehört, wen man in der eigenen Redaktion für besonders talentiert hält, eine breite Streuung, was die Medien betrifft, war angestrebt. Natürlich gibt es zahlreiche, mindestens noch einmal 30, die es knapp nicht in unsere Auswahl geschafft haben – welch positives Zeichen für den heimischen Journalistennachwuchs!

Doch nicht alles ist eitel Wonne unter den jungen Kollegen. Nach ihren Wünschen gefragt, was ihre berufliche Zukunft betrifft, fallen Vorsätze wie „einen eigenen, unverwechselbaren, klaren Stil zu finden. Und Geschichten und Missstände oder Interviews mit interessanten Gesprächspartnern als Erster oder Einziger im Land zu erzählen“ (Anna Maria Wallner, „Die Presse“, die bereits vor fünf Jahren in dieser Liste vertreten war) oder „mich weiterhin mutig auf wirtschaftliche Themen einlassen, die sich sehr oft hinter einer Fassade aus Verschleierung und Komplexität verbergen, denn häufig steckt der Skandal im Detail, das niemand betrachtet“ (Nina Werlberger, „TT“), doch auch Sätze wie „dass Jungjournalisten bei den großen Verlagen nicht mehr verheizt werden wie Billigkohle – also Schluss mit den prekären Beschäftigungsverhältnissen, die im österreichischen Journalismus Usus sind und über die das ganze Land schweigt“ – fordert Benedikt Narodoslawsky von „Datum“, wohlgemerkt nicht über die eigene Redaktion, sondern über die großen Verlage sprechend, in denen sich junge Kollegen „krank geschuftet haben“. Auch Tina Goebel, „Profil“, wünscht sich, „dass Nachwuchsjournalisten endlich gerecht entlohnt werden und dass Online-Medien nicht mehr stiefmütterlich behandelt, sondern als Chance begriffen werden“. Anja Kröll, die für die „Salzburger Nachrichten“ im Chronik-Bereich arbeitet, spricht wohl für alle jungen Kollegen, nicht nur jene, oder gerade nicht jene, die hier auf der Liste stehen, wenn sie sich wünscht: „Dass sich Verleger und Herausgeber ihrer Verantwortung, die sie gerade gegenüber jungen Journalisten haben, wieder mehr bewusst werden. Der Wunsch wäre ein Umdenken. Weg von ‚die Jungen‘ als reine Schar von freien Journalisten. Hin zu ‚die Jungen‘ als Fundament für die Zukunft des Mediums. Ein Fundament, in das auch investiert wird.“ Wer die kommenden Seiten liest, möge sich also nicht nur freuen, dass es unter 30-Jährige bereits so weit geschafft haben, sondern sich auch fragen, wie.

Theresa Steininger, 28, ist freie Journalistin in Wien.

tsteininger@gmx.at

Gudrun Springer, 29

Redakteurin „Standard“ Chronik

Die „Standard“-Chronik-Journalistin konnte bei Kommunal- und Landtagswahlen auf sich aufmerksam machen, schrieb aber auch schon Reportagen über Familien in Moldau und Transnistrien sowie über Äthiopien. Seit 2007 ist sie freie Mitarbeiterin beim „Standard“ mit Schwerpunkt Niederösterreich, zuvor hat sie eine Ausbildung zur Videojournalistin gemacht sowie die Akademie der Tageszeitung „Österreich“ absolviert, durch deren harte Chronik-Schule sie ein Jahr lang ging. Heute koordiniert sie die Internationale Chronik beim „Standard“ und betreut diese redaktionell, zudem schreibt sie weiterhin Reportagen über Geschichten, die um die Ecke passieren.

Benedikt Narodoslawsky, 27

Redakteur „Datum“

Wie die FPÖ ihre Wähler fängt – dafür ist Narodoslawsky Spezialist. Er hat das Buch „Blausprech“ über die politische Kommunikation der FPÖ und HC Straches bewusstes Spiel mit Provokation verfasst. Auf sich aufmerksam gemacht hat Narodoslawsky auch mit seinen Reportagen in „Datum“, dessen Redakteur er seit Mai 2010 ist, er schrieb etwa über steirische Slowenen und ein Porträt über Michael Spindelegger, das man jetzt vielleicht aus dem Archiv holen sollte. Parallel dazu arbeitet er auch für derstandard.at, Praktika hat er beim ORF, bei ORF-online und bei der „Kleinen Zeitung“ absolviert.

Münire Inam, 27

Redakteurin ORF-Magazine

Inam gilt als große Zukunftshoffnung der ORF-Magazine. Sensationelle 900.000 sahen die junge Moderatorin, als sie gemeinsam mit Peter Resetarits ein „Bürgerforum“ zum Thema „Türken in Österreich – ewig Außenseiter“ moderierte. Auch als Gestalterin hat sie Erfolge verbuchen können. Ihr „Report“-Beitrag „Österreich ohne Ausländer“, den sie gemeinsam mit Ernst Johann Schwarz gestaltete, brachte ihr den Leopold-Ungar-Preis ein. Auch ihr „Weltjournal“-Beitrag, ein Stadtporträt über Istanbul, wurde viel beachtet. Beim „Report“ arbeitet sie seit 2007, auch Radioerfahrung hat sie gesammelt. Ihr Einstieg in den ORF war bei „Heimat, fremde Heimat“, wo sie drei Jahre lang als Gestalterin tätig war.

Astrid Schuch, 29

Redakteurin „Wirtschaftsblatt“

Die studierte Betriebswirtin ist seit 2008 als Redakteurin des Ressorts Finanzen und Börse beim „Wirtschaftsblatt“ beschäftigt mit Schwerpunkt Geld und Anlage und Steckenpferd Fixed Income. Sie schreibt neben großen Geschichten auch fundierte, auf genauer Recherche basierende Anleihe-Analysen, die dem Leser bei seiner Anlageentscheidung helfen sollen. Mit klarer Aussage bewertet sie Geschäfts- und Finanzprofil der Konzerne. Sie wird als „Schlüsselkraft des Hauses“ und als „feste Größe im österreichischen Finanzjournalismus“ bezeichnet.

Anna Maria Wallner, 28

Redakteurin Medien „Presse“

Als studierte Juristin ist sie eine höchst erfolgreiche Quereinsteigerin. Zuerst als Ressortleiterin Menschen bei der „Presse“ beschäftigt und als solche unter den „Journalisten des Jahres“ und auch unter den 2007er-„Besten 30 unter 30“ gereiht, wechselte sie voriges Jahr ins Feuilleton, wo sie als Medienredakteurin tätig ist. Dort will sie „den Lesern die Verflechtungen der KroKuWaZ-Medien und des Polit-Rundfunks im Land erklären“. Zudem hat Wallner bereits mehrere Bücher veröffentlicht, „Blinde Liebe“ und „KommAustria reloaded“.

Niki Fellner, 26

Mitglied der Chefredaktion „Österreich“, CR oe24.at

WoFes Sohn ist seit der Gründung von „Österreich“ maßgeblich an der Zeitungsmache beteiligt, saß von Anfang an in den Redaktionssitzun
gen, zuerst baute er die Regionalredaktion auf, leitete die Regionalausgaben, dann probierte er redaktionelles Marketing aus. 2009 gründete er money.at, seit Mai 2010 hat ihm der strenge Vater die Chefredaktion der Online-Ausgabe der Zeitung, www.oe24.at, übergeben, zudem ist Niki Fellner offiziell Mitglied der Chefredaktion. Nach seinen Zielen befragt, sagt er – ganz der Vater –, „dass wir die ‚Krone‘ vom Thron stoßen und zur größten Tageszeitung Österreichs werden“.

Christoph Schwarz, 26

Redakteur Ipo „Presse“

Seine Bildungs- und Hochschulberichterstattung gehört zu den besten des Landes, nicht nur während der Studentenproteste. „Er steht vor einer großen Karriere“, heißt es über Schwarz. Seit 2008 ist er bei der „Presse“ Innenpolitik beschäftigt, zuvor war er freier Mitarbeiter bei den „Oberösterreichischen Nachrichten“ und beim „Standard“. In der „Presse“ leitet er das montägliche Forum Bildung, zudem ist er redaktioneller Leiter des Presse-Online-Portals Lehrer.diepresse.com. Dass er zwar Spezialist, aber nicht einseitig ist, bewies seine Recherche zur politischen und sozialen Situation im Kongo.

Nina Werlberger, 28

Redakteurin Wirtschaft „Tiroler Tageszeitung“

Werlberger bereitet wirtschaftliche Zusammenhänge so auf, dass ihre Leser sie leicht verstehen. Sie schreibt über Unternehmen, Wirtschaftspolitik und Finanzmärkte und – bis zum Leitartikel – über Probleme der Frauen im Wirtschaftsleben. Zudem hat sie die redaktionelle Verantwortung für das wöchentliche Karriere-Buch „Chancen und Karriere“. Nebenbei hat sich Werlberger mit Politikverweigerung beschäftigt, worüber sie ein Buch veröffentlicht hat, in der sie die Ursachen für Verweigerungshaltungen hinterfragt. Auch „Best Minds Meet – Unternehmen für eine mutige Zukunft“ stammt von ihr. Nun studiert sie noch Politikwissenschaft.

Karoline Krause, 27

freie Mitarbeiterin, Außenpolitik „Kurier“

Ob Libyen oder Fukushima: Gerade in letzter Zeit las man im „Kurier“ oft den Namen Karoline Krause. Von vor Ort berichtete die studierte Politikwissenschafterin schon aus Lampedusa und aus Tunesien, wo sie eine Reportage zwei Monate nach dem Sturz des Präsidenten machte. Aufsehen erregte auch ihr Interview mit dem UN-Sonderbeauftragten für Folter. Krause ist über den Tirol-Teil des „Kuriers“ und die redaktionelle Betreuung des Schüleranwalts, wo sich Schüler, Eltern und Lehrer mit ihren Anliegen melden konnten, sowie die Weltchronik in die Außenpolitik gekommen.

Philipp Hacker, 27

Redakteur Ipo „Kurier“

Als besonders guter junger Journalist des „Kuriers“ wird Hacker eingeschätzt, der bestimmt zu jenen gehört, dessen Namen Sie schon oft gelesen haben, ohne zu ahnen, dass der Innenpolitiker noch so jung ist. Seit 2008 ist er in der Ipo, davor schrieb er im „Kurier“-Sport und bei der „NÖN“. Gemeinsam mit Andrea Heigl vom „Standard“ hat er bereits drei Bücher geschrieben, darunter „Politik 2.0 – Demokratie im Netz“. Doch Vorsicht, dass dieser Begabte nicht abhandenkommt: Er könnte sich nach eigener Aussage einen Job im Ausland gut vorstellen.

Thomas Cik, 27

freier Mitarbeiter „Kleine Zeitung“ Kärnten

Er war der einzige Journalist neben dem Kollegen vom „Spiegel“, der ein Interview mit dem Sohn des Ratiopharm-Gründers Adolf Merckle nach dessen Selbstmord bekam. Cik ist bei der „Kleinen Zeitung“ eine große Stütze, er verantwortet gemeinsam mit dem stellvertretenden Chefredakteur Adolf Winkler die Wirtschaftsbeilage „Vision“, worin er beispielsweise analysiert, wie die EU den Euro rettet. Er ist auch begabter Onliner und schreibt derzeit als Ko-Autor ein Buch über Open Government. Der studierte Jurist und Medienfachmann hängt jetzt noch ein Wirtschafts- und Recht-Studium an.

Elisabeth Eidenberger, 28

Redakteurin „OÖ Nachrichten“

Es waren die Karrierenachrichten, die die studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschafterin zur „OÖN“ brachten, nun hat sie in dieser Redaktion selbst Karriere gemacht, sie leitet nach Ausflügen zu den Sonderbeilagen und in den Sport heute die Uni-Nachrichten und die Tourismus-Nachrichten sowie die Beilage Wirtschaftsraum Oberösterreich, neben ihrer Arbeit im Wirtschaftsressort der „OÖN“ übernimmt sie auch Moderationen. Sie gilt als kompetent und belastbar, „in ihr wächst eine Nachwuchs-Führungskraft heran“, heißt es über sie.

Mathias Schranz, 28

Redakteur „NÖN“

Schranz gilt als „lokaljournalistisches Naturtalent, er hat ein gutes Gefühl für Menschen und Geschichten“, ist ein Kollege, der viele eigene Ideen und Vor-Ort-Recherchen ins Redaktionsleben einbringt. Das Publizistik-Studium betrieb er nur kurz, nach einem Jahr brach Schranz es ab und wurde Mitarbeiter der „NÖN“ Wiener Neustadt, seit 2006 ist er dort angestellt, heute Redaktionsleiter-Stellvertreter. Zuletzt fühlte er beispielsweise Wettbüros in Wiener Neustadt auf den Zahn und deckte den teils nicht vorhandenen Jugendschutz auf.

Stefan Apfl, 28

Redakteur/Reporter „Falter“

Moscheedebatten in Österreich, Visapolitik in Südosteuropa oder der Alltag abgeschobener Flüchtlinge im Kosovo: Stefan Apfl vom „Falter“ legt seine Finger in die Wunden unserer Gesellschaft und wurde dafür schon mehrfach ausgezeichnet – mit dem Diversitätspreis der EU und dem Leopold-Ungar-Preis. Mit seiner Aufdeckung der geheimen Islamstudie im Jahr 2009, derzufolge ein erschreckend hoher Teil der heimischen Islamlehrer antidemokratisch eingestellt ist, hat er eine Debatte über die Mängel im islamischen Religionsunterricht ausgelöst. Apfl schrieb auch schon für „Datum“ und „Die Zeit“.

Joseph Gepp, 28

Redakteur „Falter“

Aufdeckerjournalismus, wie er im Buche steht. Gepp schrieb über Jovan Mirilo, jenen Serben, der das Srebrenica-Video nach Den Haag schickte, nach Österreich floh und abgeschoben werden sollte. Dank der Story wurde das Asylverfahren noch einmal aufgerollt. Auch auf das große Desinteresse der Polizei am Verschwinden des Amerikaners Aeryn Gillern und homophobe Äußerungen derselben im Zuge der Nicht-Aufklärung machte er aufmerksam. Gepp sammelte bei „Datum“, ChiLLi.cc, ORF, „Profil“, „Standard“ und APA Erfahrung, er schreibt Reportagen und Berichte über Affären in Wien und vor allem auch in Verbindung mit Osteuropa, auch unter geppbloggt.com.

Tina Goebel, 26

freie Mitarbeiterin „Profil“

Schon mit 23 schrieb sie ihre erste Titelgeschichte für „Profil“, damals „Wo Sie schneller sterben“ über regional unterschiedliche Herzinfarkt-Versorgung in Österreich. Zahlreiche weitere Titel als Autorin oder Ko-Autorin folgten. Goebel schreibt vorwiegend im Gesellschaftsteil, aber auch Bildungsthemen, Wissenschaft und für Profil Online. „Warum die Schule alles falsch macht“ brachte ihr den Förderpreis zum Staatspreis für Bildungsjournalismus, „Katastrophengebiet Kindergarten“ löste besonders viel Aufsehen aus.

Julian Paschinger, 25

Redakteur ORF Wirtschaft

Paschinger gilt als eines der größten jungen TV-Talente, es heißt, er „arbeite schon wie ein alter Hase und hat eine tolle Bildschirmpräsenz“. Seinen kritischen Aufsager vor der UNO City über die mangelnde Info-Politik der IAEA haben bestimmt viele gesehen. Über den Abgang von Herbert Kaufmann nach dem Skylinkdebakel berichtete er nur 30 Minuten nach dessen Bekanntwerden. Der erst 25-Jährige ist seit vergangenem Jahr fixer Mitarbeiter der Wirtschaft
sabteilung der „ZIB“-Redaktion. Trotz seines jungen Alters hat er bereits bei „AustriaNews“, „ATV aktuell“, „ZIB 2“, APA-Video und beim Online-Kurier sowie bei Gap Erfahrungen in allen Genres des Journalismus gesammelt.

Magdalena Miedl, 29

freie Kulturjournalistin „SN“, „Skip“, „Furche“ u. a.

Sie kriegt alle – ob Charlotte Gainsbourg oder Woody Allen, die Großen der Filmwelt geben Miedl, die für „Salzburger Nachrichten“, „Skip“ und andere als freie Journalistin schreibt, Interviews. Ihre Kritiken verfasst sie in einem unverkennbaren, – wo sie darf – mit Wortspielen gespickten Stil. Bei den „SN“ füllt sie einmal pro Woche die gesamte Aufschlagseite des Feuilletons, man hat dort auch schon bemerkt, dass sie über Filmthemen hinausgehend gut einsetzbar ist. Ihrer Leidenschaft für Kulinarik geht sie auf dem Weblog esszimmer.wordpress.com nach.

Michael Minichberger, 27

CR „Salzburger Woche“

Seit 1. April ist Minichberger der neue Chefredakteur der „Salzburger Woche“, seit 2005 ist er bei dieser Zeitung beschäftigt, bisher in den Lokalredaktionen Pinzgau und Pongau. Man war an ihn herangetreten mit der Frage, ob er sich für die Chefredaktion bewerben wolle, er hat sich gegen einige interne und externe Mitbewerber durchgesetzt. Nun soll er die „SW“ fit für die Herausforderungen der Zukunft machen. Minichberger hat das Österreichische Journalisten-Kolleg (kfj) absolviert und in Salzburg Kommunikationswissenschaften studiert.

Veronika Dolna, 27

Redakteurin „News“

Minderheiten, Islam, Bundesheer und Schattenwirtschaft zählt Dolna zu ihren Schwerpunkten, sie schreibt bei „News“ über Politik und Wirtschaft, ihr wird ein „starkes Gefühl für gute Geschichten“ attestiert. Seit Jänner ist sie stellvertretende Ressortleiterin des Ressorts Lebens-Art. Bereits vier Jahre nach der Matura war sie fixe Redakteurin bei „News“. Als Konsequenz ihrer Undercover-Reportage über „Islam-Seminare“ der freiheitlichen Parteiakademie wurde das Publizistikförderungsgesetz geändert, Vortragende wurden wegen Herabwürdigung religiöser Lehren verurteilt, die FPÖ musste Fördergelder zurückzahlen. Dolna betreut zudem „News Schule“ als Chefredakteurin.

Bastian Kellhofer, 29

Redakteur „News“

Durch seinen kritischen Reportage-Zugang zu Wirtschaftsthemen und durch seine nahegehende Vor-Ort-Recherche in Haiti hat sich Kellhofer bei „News“, wo er seit 2008 arbeitet und seit 2009 fix angestellter Redakteur ist, einen besonders guten Ruf erarbeitet. Seine Schwerpunkte sind Auslandsreportagen, die ihn auch schon an die indisch-pakistanische Grenze brachten. Im Vorfeld der WM 2010 berichtete er über Kinderarbeit in der Fußballproduktion, auch über Arbeitskämpfe bei Foxconn/Apple schrieb er. Derzeit bildet er sich an der Henri Nannen Schule weiter.

Sonja Gruber, 26

Redakteurin APA Wirtschaft

Ihre ersten Einblicke in die Arbeit der APA bekam Gruber als Redaktionsassistentin, dabei stellte sie sich so geschickt an, dass ihr ein Volontariat angeboten wurde. Das war 2007. Seither ist sie ständig mit wichtigen Meldungen vertreten, darunter solche über den Amstettner Inzestfall und die EURO 2008. Ein Höhepunkt war ein Interview mit Finanzjongleur Wolfgang Auer-Welsbach und dessen Vorstandskollegen Arnulf Komposch, als sich diese noch als Opfer zu inszenieren versuchten. 200 AvW-Meldungen bis zur Verurteilung kamen von Gruber.

Manuel Marold, 27

Redakteur ORF Radio Wirtschaft

Er gilt beim ORF als der „Topauskenner in Sachen Börseberichterstattung“ und ist sowohl in den Ö1-Journalen als auch in den Ö3-Nachrichten mit „bestens recherchierten“ Wirtschaftsberichten präsent. 2005 kam er zum ORF, wo er nach einem Praktikum freier Mitarbeiter bei „Im Klartext“ und in der Innenpolitik wurde, seit 2009 ist er Redakteur. Auch für Deutschlandradio hat er bereits als Sonderkorrespondent gearbeitet. Doch Marold hat viele Talente, er gewann auch schon Literaturpreise, etwa für den besten burgenländischen Dialektsong.

Martin Langeder, 28

freier Journalist

Seine gesammelten Feldpostbriefe von deutschen Soldaten aus Afghanistan erschienen zuerst im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“, dann wurde die Story, die Langeder mit Ko-Autoren verfasst hat, mit dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet und bei Rowohlt als Buch veröffentlicht. Für eine Reportage über eine blinde Radiomoderatorin bekam er 23-jährig den EU-Journalistenpreis „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung“. Derzeit ist er als freier Journalist für „SZ“, „SZ-Magazin“, „Zeit“, „Welt“, „Profil“, „Datum“, „taz“, megaherz film und fernsehen und andere tätig.

Verena Gleitsmann, 23

freie Mitarbeiterin ORF Radio Ausland

Fast die Jüngste unserer „30 unter 30“ wird sie als „DAS Talent schlechthin in der Radioinformation“ bezeichnet, sie macht „Reportagen vom Feinsten, einfühlsam, kompetent und eloquent“. Sie gestaltete Berichte über die Studentenproteste und über in Wien ansässige Ägypter für die Ö1-Journale, derzeit arbeitet sie für die Außenpolitik der ORF-Radio-Nachrichten, wo sie während der Katastrophe in Japan ständig zum Einsatz kam. Vor Kurzem berichtete sie von vor Ort von den Parlamentswahlen in Finnland. Und das alles, obwohl sie erst 2009 beim Radio begonnen hat.

Tom Schaffer, 26

zurPolitik.com u. a.

Seine Blogs gelten als mit die besten des Landes. Schaffer betreibt den Technikblog rebell.at, den Politikblog zurPolitik.com und den Fußballblog ballverliebt.eu, er ist Blog-Vorreiter, ist er doch der erste Politikblogger Österreichs, der bei einer Parteiveranstaltung als Journalist akkreditiert wurde. Auch war er der erste Politikblogger Europas, der ein Interview mit einem amtierenden Staatsoberhaupt führte, mit Heinz Fischer. Seine Arbeit wurde unter 80 Bloggern zum weltweiten Blogwettbewerb geladen.

Luca Hammer, 22

2-blog.net u. a.

Wohl der Innovativste und jedenfalls der Jüngste unserer Liste. Mit 16 Jahren hat Hammer begonnen zu bloggen, erst führte er online Tagebuch, schon bald kamen Themen wie Aufwachsen, Internet und Social Media dazu. Sein Blog, 2-blog.net, ist heute mit bis zu 50.000 Aufrufen pro Monat einer der größten Blogs Österreichs, einzelne Artikel zählen bis zu 300.000 Aufrufe. Während der Studentenbewegung 2009 riefen fast eine Million seinen Info-Livestream ab, zudem berichtete er über Twitter. Immer wieder unternimmt er auch Ausflüge in das Reich der Lyrik, er hat auch einen Roman via Blog veröffentlicht.

Georg Eckelsberger, 25

Redakteur „Datum“

Vom Studentenmagazin „Durst“ des „Falters“ kam Eckelsberger zuerst als Praktikant zum „Datum“, seit 2010 ist er Redakteur für politische und gesellschaftspolitische Themen. Dabei schrieb er beispielsweise darüber, wie eine Gruppe Wiener Kunststudenten in Untersuchungshaft behandelt wurde. Seine Recherche deckte die Einschränkung persönlicher Freiheiten bezeichnend auf. Auch über Missstände bei Pro Juventute schrieb er. Eckelsberger hat auch wiederholt für „NÖN“ und pressetext.at gearbeitet, als Musikexperte schrieb er auch für Universal Music und Sony.

Anja Kröll, 29

Redakteurin „Salzburger Nachrichten“

Ob Amstetten-Prozess oder Haiti-vor-Ort-Berichte, über „SN“-Redakteurin Kröll heißt es, sie „betreibt Chronik-Journalismus, wie er sich für eine Qualitätszeitung gehört. Sachlich, spannend, nicht reißerisch.“ Sie gilt als eine wahre Kennerin der heimischen Sicherheitsszene, be
richtete vom Inzest-Prozess nicht nur für die „SN“, sondern auch als Korrespondentin für Sky News, für die sie durch ihre Einblicke in die Verhandlungen zur Österreich-Ansprechperson wurde. Nach den Erdbeben in Haiti berichtete sie zehn Tage lang aus dem Katastrophengebiet.

Irene Zöhrer, 27

Redakteurin APA Chronik

Zöhrer ist seit 2005 freie Mitarbeiterin der APA, seit 2010 Chronik-Redakteurin. Die studierte Kommunikations- und Theaterwissenschafterin meisterte die Herausforderungen des Falls Kampusch, war auch eine der wenigen, die Kampusch interviewt hat. Aktuell ist Zöhrer Teil des sogenannten Polizei-Teams der APA. Während der Fußball-EM 2008 hat sie Fans von früh bis spät begleitet. Sie ist auch für Recherchen schwierig zugänglicher Themengebiete gut und wird in der APA als verlässliche, stark einsetzbare Kraft geschätzt.

Erschienen in Ausgabe 04-05/2011 in der Rubrik „Titel“ auf Seite 36 bis 49 Autor/en: Theresa Steininger. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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