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Verstorben

André Müller ist Anfang April an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Müller, 1946 in Brandenburg geboren, wuchs in Wien auf. Er begann seine Karriere als Gerichtsreporter der „Krone“. Berühmt wurde er für seine Interviews, die in „Spiegel“, „Stern“, „Zeit“, „FAZ“ oder „Weltwoche“ veröffentlicht wurden. Franz Vranitzky und Jörg Haider gehörten zu den wenigen Politikern, mit denen Müller sprach, eher konzentrierte er sich auf die Künste.

Walter Lürzer, Herausgeber von Lürzer’s Archiv, verstarb im Alter von 68 Jahren nach langer, schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt Salzburg. Lürzer gründete in Deutschland mehrere Agenturen und 1984 die Zeitschrift Lürzer’s Archiv zur Präsentation der weltbesten Werbekampagnen. Von 1990 bis 2010 leitete er als Professor an der Angewandten in Wien die Klasse „Grafik und Werbung“. Seine Familie und das Team um Chefredakteur Michael Weinzettl, Sandra Lehnst und Christian Hrdlicka führen weiter.

Heinz Altschul, früherer stellvertretender Chefredakteur und Chef vom Dienst der APA, ist im 91. Lebensjahr gestorben. Von 1969 bis 1988 war er in der APA-Redaktion tätig, zunächst im Auslandsressort, ab Mai 1982 als CvD. Drei Jahre später wurde er zum Chefredakteur-Stellvertreter bestellt. Auf Altschuls Initiative ging unter anderem der Aufbau des APA-Mitarbeiternetzes in den osteuropäischen Nachbarländern zurück. Altschul wurde am 11. Dezember 1920 in Wien geboren und war vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten bereits im Widerstand gegen die Austrofaschisten tätig. 1939 emigrierte er nach England und wurde bei Kriegsausbruch dort interniert und 1940 mit Tausenden anderen Österreichern nach Australien deportiert. Nach dem Krieg kehrte er mit seiner australischen Frau zurück und war 1952 bis 1968 für den „Österreichischen Friedensrat“ tätig. Rund um den Prager Frühling und dessen Niederschlagung wurde Altschul nach parteiinterner Kritik am Vorgehen der Sowjets aus der KPÖ ausgeschlossen. Einige Monate später fand er in der APA eine neue berufliche Heimat. 1988 trat er in den „Ruhestand“, war aber auch danach weiterhin journalistisch und beratend tätig. Altschuls Credo nach dem Zweiten Weltkrieg war es, über alle weltanschaulichen Grenzen am Aufbau eines demokratischen und freien Österreich und seiner journalistischen Entsprechung mitzuwirken.

Erschienen in Ausgabe 04-05/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 21 bis 21. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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