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Deutsch für Journalisten – fünf knifflige Fragen

1. Was ist richtig?

A Wir müssen vorwärts blicken!

B Wir müssen vorwärtsblicken!

2. Er wurde …

A mangels eines Beweis freigesprochen.

B mangels eines Beweises freigesprochen.

3. Er wurde …

A mangels Beweis freigesprochen.

B mangels Beweises freigesprochen.

4. Er wurde …

A. mangels Beweise freigesprochen.

B. mangels Beweisen freigesprochen.

5. Wie schreibt man es?

A Citys

B Cities

1. Zusammenschreibung B ist richtig, weil „vorwärts“ betont ist.

2. B ist richtig. Die Präposition mangels verlangt den Genitiv.

3. A ist richtig. Ein allein stehendes starkes Hauptwort (ohne Artikel, ohne Eigenschaftswort) bleibt undekliniert (= ohne Endung).

4. B ist richtig. Da in der Mehrzahl der Genitiv nicht erkennbar ist (1. Fall: die Beweise, 2. Fall: der Beweise), muss der Dativ stehen (3. Fall: den Beweisen).

5. Im Deutschen wird die Mehrzahl mit -ys gebildet, nicht wie im Englischen mit -ies. A ist richtig. Gilt auch für Babys, Handys, Hobbys, Storys etc.

Robert Sedlaczek ist Autor des eben erschienenen „Wörterbuchs der Alltagssprache Österreichs“ (Haymon-Taschenbuchverlag). Er schreibt wöchentlich eine Sprachkolumne in der „Wiener Zeitung“.

Erschienen in Ausgabe 06+07/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 10 bis 11. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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