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Titel

Kein Interregnum entstanden

Worum handelt es sich beim sogenannten „Regelwerk“ des Verlagshauses Gruner + Jahr?

Johannes Werle: Der Verlag und auch Bertelsmann in Deutschland sahen aufgrund der landesweiten Debatte um Korruptionsfälle wie etwa bei Siemens eine Notwendigkeit, strikte Verhaltensregeln für ihre Mitarbeiter festzulegen. Diese internen Leitlinien gehen aber weit darüber hinaus und betreffen beispielsweise auch die Behandlung von Mitarbeitern. Sie sind Teil der Dienstverträge.

Die Leitlinien gelten auch für die News-Verlagsgruppe in Österreich?

Für unsere Mitarbeiter ist das Regelwerk noch nicht ausgerollt worden, weil zunächst abgewartet wurde, bis der Code in Deutschland ausverhandelt ist. Das wird aber sicher kommen.

Ist durch den überraschenden Abgang des CEO des Verlages und „News“-Herausgebers Matthias Schönwandt eine Art Interregnum eingetreten?

Überhaupt nicht. Wir konzentrieren uns auf die Verwirklichung wichtiger Vorhaben und Innovationen, die teilweise von Schönwandt, teilweise sogar schon vor seinem Dienstantritt am 15. Februar eingeleitet worden waren oder von uns als nötig erkannt werden. Die Verlagsgruppe News wird durch ein sehr erfahrenes und professionelles Team im kaufmännischen und im redaktionellen Bereich geführt, das mit vollem Einsatz an der Weiterentwicklung der Gruppe arbeitet. Der Erfolg eines so großen Hauses ist letztendlich immer – und auch bei uns – eine Teamleistung.

Nämlich?

Erstens die Reform unseres Internetauftritts in news.at – sie ist bereits live gegangen. Zweitens die Analyse des Verlagshauses durch die Unternehmensberatung Schickler, die seit April läuft und in der zweiten Julihälfte zum Abschluss kommen wird. Wir erwarten uns davon Verbesserungsvorschläge. Das Engagement Schicklers hat aber nichts mit Restrukturierung des Unternehmens zu tun, eine solche wäre nicht nötig. Drittens erscheint am 24. Juni erstmals „Woman“ im Pocket-Format in einer Auflage von 30.000 Stück zusätzlich zur „Woman“-Stammauflage von über 200.000 Exemplaren. Viertens wird die Erneuerung des Wochenmagazins „News“ zügig vorangetrieben, gemeinsam mit Lukas Kircher, der Chefredaktion und den Abteilungen. Ich habe diese Aufgabe von Schönwandt übernommen, am 1. September soll das erste „News“-Heft im erneuerten Stil erscheinen. Es geht um das Erscheinungsbild, aber auch um die richtige Balance zwischen dem Informationsteil einschließlich der Politik und dem weiten Bereich Unterhaltung, Lebenshilfe, Society. Das Magazin hat durch Chefredakteur Pelinka an Relevanz und Qualität gewonnen, es darf aber nicht zu politiklastig sein.

Erschienen in Ausgabe 06+07/2011 in der Rubrik „Titel“ auf Seite 38 bis 39. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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