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Liebling des Monats: Elizabeth T. Spira

Warum wir ihr vertrauen

Weil wir überzeugt sind, dass ihre liebesbedürftigen männlichen Opfer vor der Kamera tatsächlich sagen: „Ich suche etwas Brauchbares“, weibliche aber, wenn sie über ihren verflossenen Zweiten auspacken: „Er hat nicht die Feinheit gehabt, die mir liegt.“ Die Erfolgsproduzentin der Branche Herzschmerz wählt schlichte Lebenskünstler, Transvestiten, totale Versager und Kuschelsüchtige ja genau deswegen zur Vorführung aus.

Was wir über sie schreiben möchten

Dass ihre 15. „Staffel“ der seit 1997 laufenden „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ die letzte war. Leider sucht sie schon wieder Kandidaten für den Menschenzoo der 16. Staffel im Sommer 2012.

Worüber wir noch mehr wissen möchten

Warum sich Feministinnen und – falls es solche gibt oder sie sich trauen – Maskulinisten über die Kupplersendung und konstruierten Menschbilder kaum aufregen. Auch nicht über die bis zur Entblößung gefilmten Psychogramme, unterlegt durch Momentaufnahmen von schlafenden Engerln, Sexungeheuern, Plastikblumen und erotischen Blumenvasen in Wohnungen. Waren die Kämpfe der Fortschrittlichen vergebens?

Warum wir sie lieben

Weil sie in jedem Sommer fast eine Million Menschen, via 3Sat noch viel mehr und dank ewig wiederholter „Alltagsgeschichten“ vom Heurigen und aus dem Schrebergarten die Quotenzähler des ORF und möglicherweise ganz Österreich überzeugt: Wir sind alle so und brauchen uns nicht genieren.

Erschienen in Ausgabe 08+09/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 11 bis 11. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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