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Sprecher verlangt die zehnfache Gage

3 Was ist das Nuscheln des Spatzen wert? Mit dieser Frage muss sich nun in zweiter Instanz der deutsche Bundesgerichtshof befassen. Es geht um die Synchronstimme von Hollywood-Star Johnny Depp, der in der Teilen 1 bis 3 der Filmserie „Der Fluch der Karibik“ den Piratenkapitän Jack Sparrow (Spatz) spielt. Die Disney-Produktion wurde ein kommerzieller Riesenerfolg, nun will auch Marcus Off, 53, der in der deutschen Fassung den nuschelnden Piraten spricht, mehr Geld.

Laut deutschem Urheberrecht können Nachforderungen gestellt werden, wenn zwischen der ursprünglich vereinbarten Gage und den Erträgen ein „auffälliges Missverhältnis“ bestehen könnte.

Dieses Missverhältnis sieht Off, der für seine Rolle als die Stimme Depps in den letzten Jahren rund 18.000 Euro kassiert hat. Die Produzenten nahmen mit dem Piratenfilm mehr als 2 Milliarden Dollar ein.

Off jedenfalls will das zehnfache des ursprünglichen Honorars und verlangt in der Klage von Disney den Betrag von 180.000 Euro. Ein Urteil dürfte es bald geben – eine Reaktion der Filmfirma gab es schon: im vierten Teil des Films, der heuer im Frühjahr in die Kinos kam, wurde auf Marcus Off als Synchronsprecher verzichtet.

Erschienen in Ausgabe 08+09/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 19 bis 19. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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