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Titel

Was ist Journalismus wert?

Von Theresa Steininger

Was ist guter Journalismus wert und was sind Verlage bereit, für gute Arbeit zu zahlen? Im Zuge unseres „Gehaltsreports“ wollten wir die Frage nach adäquaten Gehältern nicht nur von den Journalisten, sondern auch von der anderen Seite – jener der Verleger – beantwortet wissen. Auch, welche Art von Kollektivvertrag die Medienunternehmen bräuchten, damit sie nicht alternative Wege der Beschäftigung für ihre Mitarbeiter suchen, fragten wir. VÖZ-Präsident Hans Gasser gab daraufhin die Auskunft, dass der Verband Österreichischer Zeitungen „an einer zukunftsweisenden KV-Reform interessiert“ sei. „Zielsetzung der Reform in konstruktiven Gesprächen war es ja, einen modernen, den Anforderungen der Zeit entsprechenden Kollektivvertrag zu schaffen, dessen Tarifstruktur es ermöglicht, möglichst flächendeckend Angestellte im Verlagswesen diesem neuen KV zu unterlegen.“ Diese Verhandlungen, die ja bereits seit 2009 laufen, sollen nun auch solche Angestellten einschließen, die derzeit in Töchterunternehmen von Verlagshäusern beschäftigt sind, so Gasser, womit er den Vorwurf der Gewerkschaft kommentiert, die Verleger hätten „Hintertürchen“ (siehe Interview mit Journalistengewerkschafts-Präsident Franz C. Bauer, Seite 44) im letzten Kollektivvertrag unter anderem dadurch gesucht, indem sie Mitarbeiter in die Selbstständigkeit drängten oder per Gewerbe-KV beschäftigten.

Gasser verwies auf Aussagen des Verhandlers aufseiten des VÖZ, Moser-Holding-Chef Hermann Petz, der gegenüber der APA gesagt hatte, dass man noch heuer zu einem Abschluss kommen müsse. Man befinde sich in einer entscheidenden Phase der Verhandlungen. Fix sei, dass Online-Mitarbeiter in den neuen KV fallen sollen. Die Entlohnungs- und Arbeitszeitregelungen für diese waren aber zu Redaktionsschluss noch nicht beschlossen.

Auf Fragen, zu denen den „Journalisten“ die Ansichten eines Verlegers interessiert hätten – wie beispielsweise jene danach, welcher Lohn für Printjournalisten nach einer gewissen Arbeitszeit realistisch und auch für die Unternehmen leistbar wäre, oder danach, was in Gehaltsgesprächen verlangt werde, sowie danach, warum die Vorstellungen von Journalisten und von Verlegern dabei oft weit auseinanderklaffen – ging Gasser nicht ein.

Erschienen in Ausgabe 08+09/2011 in der Rubrik „Titel“ auf Seite 42 bis 43 Autor/en: Theresa Steininger. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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