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Wer den meisten Bullshit schreibt

Ein Tool im Internet testet den Stil von Texten.

Das Internettool verspricht viel: „Das Blabla-Meter entlarvt schonungslos, wie viel heiße Luft sich in Texte eingeschlichen hat“, heißt es unter blablameter.de. Es sei ein „praktischer Helfer“ für alle, die mit Text zu tun haben.

Und so funktioniert www.blablameter.de: „Das Blabla-Meter prüft die Texte auf unterschiedliche sprachliche Merkmale. Es wird u. a. geprüft, ob übermäßiger Nominalstil vorliegt, darüber hinaus wird der Text in unterschiedlicher Gewichtung auf bestimmte Phrasen geprüft.“ Anschließend gibt der Dienst einen Wert zwischen 0 (kein Bullshit) und 1 (viel Bullshit). Der „Journalist“ hat eine Stichprobe gemacht. Das Ergebnis:

„Standard“-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid bekommt mit ihrem Kommentar „Österreich wird Italien“ die Wertung 0,3. „Ihr Text zeigt schon erste Anzeichen heißer Luft. Für Werbe- oder PR-Sprache ist das noch ein guter Wert, bei höheren Ansprüchen sollten Sie vielleicht noch ein wenig daran feilen“, rät das Blabla-Meter.

Nicht viel besser schneidet „Presse“-Chefredakteur Michael Fleischhacker ab. Sein Kommentar „Der Filz-Korruptionist fürchtet nur einen. Den Wettbewerb“ bekommt den Bullshit-Index von 0,24. „Ihr Text zeigt erste Hinweise auf Bullshit-Deutsch, liegt aber noch auf akzeptablem Niveau“, ist die Beurteilung.

Der Kollege vom Boulevard macht es besser. „Ihr Text zeigt keine oder nur sehr geringe Hinweise auf Bullshit-Deutsch“, urteilt das Blabla-Meter über Wolfgang Fellners („Österreich“) Kolumne „Jeder Lehrer ist 2/3 seiner Zeit nicht produktiv“ und erhält damit einen Wert von 0,07.

Ähnlich gut schneidet „Heute“-Chefredakteur Wolfgang Ainetter mit seinem Kommentar „Schüssel: Außer Spesen viel gewesen“ ab: „Ihr Text zeigt nur geringe Hinweise auf Bullshit-Deutsch“, Bullshit-Index 0,11.

Erschienen in Ausgabe 08+09/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 16 bis 17. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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