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Keine Aufdecker, viel Verhaberung

Von Theresa Steininger

Sind die heimischen Society-Reporter wirklich so aufdeck-geil? Einen ganz anderen Eindruck bekam man auf den Österreichischen Medientagen bei einer Diskussion zu der Frage, wie viel Society die heimische Medienlandschaft noch vertrage. In Österreich habe man „einfach keine Aufdeckerberichte, wenn sie jemand nicht will, weil es zu viel Verhaberung gibt“, ließ Uschi Fellner („Madonna“, jetzt auch „Madonna Society“) aufhorchen. „Wir haben wenig wirkliche Prominenz und viele Figuren, die keiner ernst nimmt, wir haben Geplänkel, aber die wirklich guten Geschichten wissen wir, aber wir schreiben sie nicht, weil zu viel Verhaberung da ist.“ Lisa Trompitsch von „Heute“ pflichtete bei: Man brauche den Promi ja noch, könne also nicht alles schreiben. Und auch ein Vertreter derjenigen, über die berichtet wird, Albertina-Direktor Klaus A. Schröder, sagte: „Die Society-Berichterstattung hierzulande ist extrem zurückhaltend.“

Für Überraschung sorgte auch ein zahmer Dominic Heinzl (ORF/„Chili“), der sich reuig gab, einst Details über die Vergangenheit von Lugners Geliebter berichtet zu haben. Einig war man sich darüber, dass man für Insiderinformationen nicht zahlen würde, was in anderen Ländern durchaus üblich, hierzulande aber auch „nicht leistbar“ sei, wie Fellner unterstrich.

Die Diskussion wurde anlässlich des Starts von „Madonna Society“ geführt. Jeder habe seinen speziellen Zugang, begründete Fellner die Berechtigung eines weiteren Magazins, auch wenn es, wie Moderatorin Eva Pölzl sagte, bereits 50 Society-Magazine allein im deutschsprachigen Raum gebe und dies der einzige Medienmarkt sei, der Zuwachs verzeichne.

Erschienen in Ausgabe 10+11/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 10 bis 10 Autor/en: Theresa Steininger. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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