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Rubriken

Jauch „fehlgebildet“

Von Kurt Tozzer

3 Nun wieder ein paar Zeilen für die beliebte Rubrik „Jauch und die Justiz“. Der Rätselonkel duldet bekanntlich nicht, dass irgendein Medium etwa über ihn schreibt oder von ihm zeigt, was ihm nicht passt. Recht so, Günther, irgendeinen Paragrafen in irgendeinem Gesetz wird man wohl finden, um diese Reporter, Fotografen oder Verleger in die Schranken zu weisen. Wie haben ja zuletzt erfahren, dass er sehr energisch gegen eine Illustrierte auftreten kann, wenn durch eine Fotobearbeitung ein paar Millimeter seines Ohres verschwinden, nun sieht er sich gar durch einen Buchtitel körperlich fehlgebildet dargestellt. „Ich war Günther Jauchs Punchingball“ lautet der Titel des Buches von Peter Wiesmeier, in dem dieser seine Erfahrungen als Teilnehmer von Quizsendungen schildert. Am Cover der griesgrämig blickende Frageonkel, etwas von oben herab fotografiert und daher perspektivisch verzerrt. Er wirkt etwas gestaucht, der Kopf ist im Vergleich zu den Händen und dem übrigen Körper größer als normal. Kein schönes Bild, gewiss nicht, aber auch kein Meuchelfoto. Jauch bemühte wieder einmal das Gericht. Er fühle sich „fehlgebildet“ dargestellt, motzt er. Das Landgericht Hamburg gab seiner Klage statt und verbot die Verwendung des Fotos. Gegen diese Entscheidung erhob der Verlag Berufung – bis zur Entscheidung darüber darf das um 12,80 Euro feilgebotene Werk mit dem verzerrten Jauch-Titel also noch verkauft werden.

Erschienen in Ausgabe 12/202012 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 17 bis 17 Autor/en: Kurt Tozzer. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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