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Kollektivvertrag: Bitte warten

Die Hoffnung auf einen grundlegend reformierten Kollektivvertrag für Journalisten erstreckt sich auf das nächste halbe Jahr. Der schon 2011 geplante Verhandlungsabschluss kam nicht zustande. Hermann Petz, der gegenüber dem Gewerkschaftsverhandler Franz C. Bauer die Zeitungsverleger vertritt, hält am Ziel fest, gibt aber zu, „dass die Zusammenführung von Print und Online sehr viele Detailprobleme aufwirft“. Man müsse auf die Einwände einzelner Mitglieder des Zeitungsverbands VÖZ und auch der Gewerkschaft eingehen, die manche Themen eingehend verhandelt wissen wollen. „Ich kann da keine Abkürzung nehmen. Ich habe mir das zwar leichter vorgestellt, bin aber weiterhin ungebrochen optimistisch.“

Die Onlinejournalisten, die sich arbeitsrechtlich noch immer hinten anstellen müssen, werden von diesem Optimismus wenig haben. Immerhin gibt es Signale, dass die Medienmanager von der bisherigen Praxis einseitiger Benachteiligung von Onlinejournalisten und freien Mitarbeitern schon deshalb abzurücken beginnen, weil sie mit arbeitsrechtlichen Unsicherheiten für die Unternehmen verbunden ist. Petz: „Der journalistische Beruf muss attraktiv sein, es müssen auf allen Kanälen gleiche Bedingungen gelten, anders geht das nicht. Auf der anderen Seite muss klar sein, dass bestimmte Benefits, die damals im alten Kollektivvertrag für eine geringere Anzahl von Journalisten vorgesehen wurden, in Zukunft nicht mehr haltbar sind.“

Engelbert washietl

Erschienen in Ausgabe 12/202012 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 8 bis 8. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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