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Vielfalt gesucht

Von Theresa Steininger

Größtmögliche und gelebte Diversität in der Medienwelt war der Fokus eines Workshops, den die Europäische Agentur für Grundrechte, die Stadt Wien, das Kuratorium für Journalistenausbildung und Zara Ende November organisierten. PR- und Medienprofis setzten sich zwei Tage lang mit Identitäten, Berichterstattung darüber, Begrifflichkeiten und positiv realisierter Diversität auseinander. Übungen zur eigenen Identität und dem eigenen Namen und dessen Herkunft sensibilisierten für das Thema. BBC-Reporter Fred Baker schuf Bewusstsein dafür, wie viel Bilder in unser Unterbewusstsein transportieren und was es bedeutet, wenn man die erwartete, stereotypisierte Bebilderung wählt. Hinterfragt wurde auch, welche Reaktionen es auslöst, wenn Ausländer Beiträge zu Migrationsthemen machen beziehungsweise inwiefern sich diese von jenen heimischer Journalisten unterscheiden. „Lasst die Leute ihre Story selbst erzählen“, plädierte Baker. Seine Ko-Trainerin Katrin Wladasch (Zara) übernahm es unter anderem, auf unterschiedliche Bezeichnungen einzugehen von „…-Stämmigen“ bis zu „Fremden“, von „Mobilitätseingeschränkten“ zu „Verhaltensauffälligen“. „Viele der Begriffe haben keine negative Grundintention, der Kontext ist entscheidend dafür, ob sie verletzend wirken. Man möge sich überlegen, welche Bezeichnung für eine Story wirklich relevant ist und ob man zum Beispiel auch erwähnen würde, dass eine Person, über die man schreibt, Österreicher ist.“ – „Die Welt wird bunter, das sollte man auch in den Medien wiedergeben“, resümierte Baker. Weitere Workshops sind für 2012 geplant, die Daten stehen noch nicht fest.

Erschienen in Ausgabe 12/202012 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 9 bis 9 Autor/en: Theresa Steininger. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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