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„Druckereien arbeiten zu teuer“ - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2012 » Ausgabe 02-03/2012 »

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„Druckereien arbeiten zu teuer“

Von Engelbert Washietl

Was ist der tiefere Grund der Arbeitskonflikte in mehreren kleinen Druckereien des Landes und vor allem bei den „Bogendruckern“?

In der Sparte zeigen alle Indikatoren nach unten. Von rund 650 Druckereien in Österreich gehen jährlich zwischen 25 und 35 in die Insolvenz. Es ist verständlich, dass Betriebe wie Leykam ihre Geschäfte mehr und mehr ins Ausland verlegen, weil es dort bessere Bedingungen gibt.

Nämlich welche?

Wenn wir in Österreich Arbeitskosten haben, die um 10 Prozent höher liegen als in Deutschland, so läuft in Österreich etwas schief. Bisher haben die Sozialpartner immer geschaut, dass die Arbeitskosten bei uns etwas niedriger bleiben als in Deutschland, aber in der Druckbranche ist es umgekehrt. Deutschland exportiert Druckerzeugnisse nach Österreich, Österreich exportiert nach Deutschland de facto überhaupt nichts mehr.

Deshalb machen die Unternehmen bei uns jetzt Druck, um die Lohnkosten zu senken, wogegen sich die Gewerkschaft wehrt?

Die Gewerkschaft hat sich selbst als eine der konservativsten bezeichnet. Sie will nichts verändern. Ihr Verhandlungsangebot war gezuckerte heiße Luft. Vor zwei Jahren ist der KV mit der Vereinbarung unterschrieben worden, dass er nur zwei Jahre gilt. In den zwei Jahren sollten die Probleme mit den Bogendruckern gelöst werden. Wir haben neun Vorschläge gemacht und die möglichen Ersparnisse berechnet. Unser Ziel war die Senkung der Produktionskosten um 8 bis 10 Prozent, also auf das deutsche Niveau. Die Gewerkschaft hat alle neun Vorschläge abgeschmettert und zur Gesichtswahrung ein paar Brösel angeboten.

Sie halten die Verlängerung der Arbeitszeit für unumgänglich?

Es ist nicht einzusehen, warum die Drucker 37 Stunden arbeiten sollen und nicht 40. Die Drucker arbeiten teilweise in klimatisierten Räumen, die Arbeit besteht oft aus Überwachungsfunktionen, sie haben geordnete Arbeitsplätze in geordnetem Arbeitsumfeld, während ein Dachdecker den ganzen Tag auf einem schrägen Dach arbeitet und Gefahr läuft, herunterzufallen. Der durchschnittliche Gewerbelohn in Österreich beträgt 26.000 Euro, die Drucker verdienen 35.000, und Spitzenlöhne über 50.000 sind keine Seltenheit.

Mehr über Verleger Cuturi und die „OÖN“ lesen Sie im beigelegten Oberösterreich-Special.

Erschienen in Ausgabe 02+03/202012 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 6 bis 6 Autor/en: Engelbert Washietl. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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