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Gipfel-Treffen

Das Who-is-who der Medienszene traf sich bei der Feier für die „Journalistinnen und Journalisten des Jahres“ im Studio 44 der Casinos Austria.

Alljährlich wählt eine Jury bestehend aus den wichtigsten Chefredakteuren Österreichs die „Journalisten des Jahres“. Alljährlich zeichnet der „Journalist“ die Besten bei einem Fest aus. Gastgeber waren auch dieses Jahr die Casinos Austria in ihrem Studio 44 im 3. Wiener Gemeindebezirk.

Bei der Feier traf sich das Who-is-who der österreichischen Medienszene. Univ.-Prof. Bernd Schilcher zeichnete den Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“ Hubert Patterer als „Journalist des Jahres“ aus. Schilcher zeichnete überaus launig Patterers Leben nach. Wenn Patterer etwas wolle, spreche er zwar im Konjunktiv, gemeint sei aber stets der Imperativ. Dass Patterer eine geografische Null sei, müsse man ihm verzeihen, schließlich komme er aus dem engen Gailtal, das Bewegung nur in zwei Himmelsrichtungen zulasse.

Die „Journalisten des Jahres“ finden in Österreichs Medienbranche große Beachtung, lösen Freude über Anerkennung aus und ab und zu auch Groll, wenn sich ein Medium nicht richtig bedient fühlt. Der „Journalist“ bedient aber niemanden. Insofern ist auch Gerfried Sperls Randbemerkung im „Standard“ zu betrachten, wenn er Objektivität bei der Wahl des „besten Chefredakteurs“ vermisst. Erstens übersieht er, dass der „Standard“ in dem Jahr über die Online-Chefin Gerlinde Hinterleitner als „Medienmanagerin des Jahres“ richtig stolz sein müsste, zweitens vergisst er, dass er erst vor Kurzem sehr wohl, wenn auch nicht öffentlich, die Auszeichnung „bester Chefredakteur“ und ähnliche Würdigungen zu schätzen wusste, wenn sie bloß an der richtigen Stelle ankämen. Somit hält es der „Journalist“ auch diesmal mit Beschwerden so wie immer: Es gibt für alle Journalisten die Chance, bei der Jury aufzufallen. Frühestens Ende 2012.

Erschienen in Ausgabe 02+03/202012 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 28 bis 31. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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