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ARCHIV » 2012 » Ausgabe 02-03/2012 »

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Medien

Wer ist Alexander Wrabetz?

„Österreichs Jugendliche nutzen Medien unterschiedlichster Art, ohne jedoch zu reflektieren, wer oder was dahintersteckt.“ So Studiengangsleiter Heinz M. Fischer nach der Analyse einer Studie zum Thema Medienwissen am Studiengang „Journalismus und Public Relations“ der FH Joanneum in Graz. Demnach wusste beispielsweise nur jeder Fünfte der Befragten, wer Alexander Wrabetz ist. Die Frage nach dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, konnte nicht einmal die Hälfte der Testteilnehmer richtig beantworten. Und wofür ZDF steht, wusste nur jeder Vierte der Befragten.

„Deutlich sichtbar wird ein ‚Gender-Gap‘ in Sachen Medienwissen: Junge Frauen haben ein signifikant schlechter ausgeprägtes Medienwissen als junge Männer“, so Projektleiter Heinz P. Wassermann. Erkennbar wird das zum Beispiel bei der Frage nach dem Unterschied zwischen den Sendern 3sat und Sat.1. Während 75 Prozent der männlichen Befragten dies richtig beantworten, wissen nur 50 Prozent der Frauen über die Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Sender Bescheid.

Die Daten wurden 2011 unter Bewerbern für den Studiengang „Journalismus und PR“ an der FH Joanneum erhoben. Mittels 25 Fragen wurde Medienwissen in fünf unterschiedlichen Kategorien getestet: Mediengeschichtliche Kenntnisse, Wissen um Medienlandschaften, Personen, Medienbegriffe und Abkürzungen. Die erkennbaren Geschlechterunterschiede sind auch deswegen bemerkenswert, weil sich deutlich mehr Frauen als Männer für ein Journalismus-Studium interessieren. Von den insgesamt 175 Bewerbern aus ganz Österreich, die sich an der Studie beteiligten, waren 130 weiblich und lediglich 45 männlich.

Bereits im Jahr 2005 wurde eine ähnliche Untersuchung am Studiengang durchgeführt. Vergleicht man die Ergebnisse mit den aktuellen Daten, wird eine massive Verschlechterung des Medienwissens sichtbar. Bei der Frage nach der Bedeutung der Abkürzungen SMS und APA haben sich die richtigen Antworten beispielsweise um jeweils rund 26 Prozentpunkte reduziert. So weiß nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten, dass SMS „Short Message Service“ bedeutet. Und dass APA als Abkürzung für „Austria Presse Agentur“ steht, ist nicht einmal jedem Zweiten bekannt.

Studiengangsleiter Fischer: „Die kritische Analyse, Reflexion und Vermittlung von Hintergrundwissen über Medien wird in den Schulen offensichtlich stark vernachlässigt. Obwohl Medienkompetenz im Grundsatzerlass für Medienerziehung des Unterrichtsministeriums festgeschrieben steht, werden diese Inhalte im Unterricht augenscheinlich nicht oder nicht ausreichend thematisiert.“

„Heute“ wird immer transparenter

Das personelle und via Inserate-Umsatz ökonomische Spinnengewebe zwischen der Gratistageszeitung „Heute“ und der SPÖ sowie der SP-dominierten Stadt Wien flirrt von Tag zu Tag klarer im Sonnenlicht. Da nützt es auch nichts, dass die Stiftungskonstruktion einem sozialen, aktuell jedoch bloß abstrakten Zweck dient – operativ segelt „Heute“ im linken Kielwasser. Das erkannte nach kurzer Dienstzeit der im Februar 2011 eingesetzte Chefredakteur Wolfgang Ainetter. Er geht aus eigenem Antrieb von Bord, weil er in der „Frage der politischen und ökonomischen Einflussnahme auf die Redaktion“ mit Herausgeberin Eva Dichand auf keinen grünen, sondern bestenfalls roten Zweig kam. Die APA berichtete, dass Ainetters Schilderung zufolge eine Aufdecker-Geschichte, die die Sozialdemokraten schmerzhaft traf, zu seinem Bruch mit der „Heute“-Spitze führte. Ainetter: „Das Fass zum Überlaufen brachte unsere Geschichte über gefälschte und erfundene Leserbriefe, die von der SPÖ-Parteizentrale jahrelang an diverse Zeitungsredaktionen verschickt wurden.“ Die Story erschien am 22. November unter dem Titel „Faymanns falsche Facebook-Freunde schreiben auch Leserbriefe“. Eigentlich eindrucksvoll, dass es sich der Chefredakteur leistet, die Konsequenzen zu ziehen.

Fundierte und fröhliche

Apokalypse

Mit einem dunklen Cover samt Titel „Sie haben nur noch ein Jahr zu leben“ ist ein neues Magazin des „Red Bulletins“ gestartet. „2012“ geht der These nach, dass die Erde laut Maya-Kalender am 21. Dezember dieses Jahres untergeht – und tut dies mit wissenschaftlichen und mythologischen Artikeln, aber auch spielerisch. Das Magazin ist von Anfang an klar auf ein Jahr respektive zwölf Ausgaben mit 2.012 Seiten insgesamt angelegt und wirbt sogar mit: „Jetzt bestellen, erst am 22. 12. zahlen – vielleicht.“ Viel mehr als für die Frage, ob die Welt wirklich untergehen wird, interessiert man sich für jene, wie wir unseren Alltag änderten, wenn wir wüssten, dass wir nur mehr ein Jahr zu leben haben. Bekannte Persönlichkeiten äußern sich dazu. Mit dem Thema Ende will man sich auf etwas schräge, vor allem aber intelligente Art und Weise beschäftigen, so zeigt beispielsweise die erste Ausgabe die letzten Worte eines Selbstmordattentäters und eines Opfers, das letzte Lied vor dem Untergang der Titanic und den möglichen nächsten Aufstand. Eine Bilderstrecke stellt dar, wie die Welt aussehen würde, wenn es keine Menschen mehr gäbe, wie schnell Kalifornien zur Wüste und Rotterdam überflutet würde. Man sehe sich, heißt es vonseiten des Verlags, als „Impulsgeber, um sich Gedanken über Existenzielles zu machen – wofür lebe ich als Mensch und was mache ich mit meiner Zeit.“ tst

www.2012.at

Erschienen in Ausgabe 02+03/202012 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 6 bis 7. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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