UNSERE LIEBLINGE
Fritz Neugebauer, Betonkopf und Klassenkämpfer.
Warum wir ihn lieben? Weil er der letzte Betonklotz ist, der eine ungezügelte Modernisierung des österreichischen Staatsapparates verhindert. Strukturreform? Nicht mit Neugebauer und nicht mit uns.
Warum wir ihm vertrauen? Weil er für seine Klientel pünktlich alles herausreißt, was andere zahlen müssen. Die Erhöhung der Beamtengehälter ist sein neuester Triumph. Läppische 77 Millionen Euro wollte Parteifreund und Finanzminister Josef Pröll springen lassen. Meingott Josef! Wer wird wohl die Differenz auf 111 Millionen bezahlen, die das Beamtenpaket wirklich kostet?
Worüber wir mehr wissen möchten? Wie lange es demokratiepolitisch noch erträglich ist, dass ein Nationalratspräsident als Gewerkschaftsführer Klassenkampf gegen alle Nichtbeamten betreibt – und auch gegen Schüler und Eltern, wenn man an die Lehrerkontroverse erinnert.
Was wir über ihn schreiben möchten? Dass er vielleicht doch einmal draufkommt, dass es in der Politik auch um Gerechtigkeit und Fairness geht und nicht darum, dass Neugebauer nach Ende der Verhandlungen sagen kann: „Das ist ein Ergebnis, das wir in unseren Gremien positiv berichten können.“ Wir möchten nämlich nicht den Gremien, sondern den Österreichern Positives über Neugebauer berichten können.